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Wie du fruchtige Überschriften schreibst, die so süß und lecker sind, dass jeder sie klickt?

Du investierst viel Zeit in deinen Text.

Du bemühst dich, die perfekte Überschrift zu schreiben. Am Ende läuft dir die Zeit davon und sie wird einfach hingeklascht. Wird schon passen. Warum das nicht einfach passt und was du besser machen kannst? Lies weiter: Für fruchtige Überschriften wie Erdbeeren, einfach süß und lecker und keiner kann ihr widerstehen.

Gesucht. Gefunden. Verlobt?

Deine LeserInnen finden dich über Google. Irgendwas werden sie schon gesucht haben und dann sind sie bei dir gelandet. Was nun? Finden deine LeserInnen, was sie suchen? Kann die Überschrift das, was sie verspricht, auch halten?

Wenn jetzt ein klares Nein kommt, dann läuft was grundlegend falsch. Du kannst deine LeserInnen doch nicht durch ein Labyrinth jagen und hoffen, sie finden den richtigen Ausgang. Bevor sie den suchen würden, sind sie bereits zurückgeklickt und klicken Platz 2 an.

Wenn du also “5 Tipps zum perfekten Autoreifenwechsel” anbietest. Müssen es auch genau fünf sein. Und es sollten nicht einfach Tipps wiederholt werden. Jeder Tipp sollte ein eigenständiger sein. Und vor allem deinen Lesern helfen. Wenn du also keine fünf Tipps zusammenbekommst, dann schreib lieber weniger Tipps, dafür aber ultragalaktisch gute.

Was dir noch mehr bringt? Leg einen oben drauf: ein Bonus. Der sollte wie der Rest Mehrwert bringen. Anders gesagt, wenn du vier Tipps hast, mache drei draus und lege am Ende den Bonus hinten drauf. Der darf kürzer und würziger sein. Das werden sich deine Leser merken und gerne wieder kommen.

Mit der Tür ins Haus rennen

Ich liebe ja Menschen, die so was tun… nicht. Das gilt beim Schreiben wie im echten Leben. Nichts tötet das Interesse eines Menschen sofort ab, wenn du direkt alles preisgibst. Jeder Mensch hat Probleme, das ist völlig normal.

Die ganze Welt hat derzeit ein virales Problem. Es trifft alle. Keine Ausnahme.

Wenn du neue Leute kennenlernst und erst mal erzählst, dass du “Warzen am Fuß hast, deine Oma Gerda im Sterben liegt und zu allem Überdruss dein Arbeitgeber, den Kollegen Martin befördert hat statt dich.” Dann ist das Gespräch beendet. Wenn dazu noch eine Prise Opfergeheule in die Selbstmitleidssuppe kommt. Dann ist es endgültig vorbei. Ab dann wird dir keiner mehr zu hören und dich nicht mehr kennenlernen wollen.

Warum ist das so? Du hast alles verraten. Direkt. Ohne Umwege hast du die Hose ausgezogen. Das würdest du doch in der Öffentlichkeit auch nicht tun, warum tun es dann alle im Internet? Als würde es nur nackte BloggerInnen geben, die gerne nackt sind? Versteh mich nicht falsch, nackt sein ist nicht per se schlecht. Aber direkt blank ziehen vor aller Welt? Wenn du schon alles verraten willst, dann mach einen Striptease.

Andeuten. Niemals verraten.

Wenn du schreibst: “Mit der ABC-Technik zum weltbesten Schreiber werden.” Dann hast du bereits verraten, worum es in deinem Text geht. Die Technik wird direkt offenlegt. Deine Überschrift ist nackt.

Die Alternative wäre: “Mit dieser Technik wirst du zum weltbesten Schreiber.” Jetzt baust du Spannung auf, deine Leser wollen wissen, welche Technik. Du deutest sie nur an. Und jetzt kannst du langsam und genüsslich dich ausziehen… ähm ich meine deine Technik beschreiben.

Eine Überschrift sollte nie blank ziehen. Sie soll nur heißmachen, der Striptease folgt im Text.

“Ich kann das besser als du!”

Einer meiner absoluten Lieblingspunkte:

Provozieren.

Um das beste aus dir rauszuholen, brauchst du manchmal einen richtig festen Tritt in den Arsch. Und wie geht das am leichtesten? Lass dich herausfordern. Einfach alleine vor sich hindümpeln? Das kann jeder und tut auch jeder. Du willst mehr. Viel mehr. Also suche dir Konkurrenz. Richtige Konkurrenz, die du selbst liest und beeindruckend findest. Und jetzt: Mach es besser.

Du hast nichts davon, wenn deine Texte funktionieren und alles nur so hintröpfelt, wenn da noch viel mehr geht. Egal wo du hinsiehst, ob Leistungssportler oder Erfinder. Die wirklich Erfolgreichen haben so lange weiter gemacht, bis sie alle überholt haben. Wenn du diese Herausforderung annimmst, wirst du mit der Zeit immer besser. Bist du die Spitze anführst.

Falls du denkst, das könnte einige verschrecken, dann hast du recht. Es gibt auch Menschen, die wollen keine Herausforderung. Sie haben Angst. Und bevor sie was Falsches machen, lassen sie es lieber. Und reden sich ein “Ich brauche so was nicht” oder “Ist doch nur Platzhirsch-Gehabe.” Sie sind zufrieden mit dem, was sie haben. Anders gesagt, sie haben es nie probiert, über sich hinauszuwachsen. Diese Menschen sind nicht bereit, mehr zu geben, lass sie in Ruhe und Frieden. In ihrem Leben wird nicht mehr viel Spannendes passieren.

Fordere dich selbst und deine Leser heraus. Nimm ihre Komfortzone und schmeiß sie in die Tonne, so müssen deine Leser handeln. Du wirst über die Ergebnisse überrascht sein.

“Mathe ist so…”

Geil? Ätzend? Ekelig? Wunderbar? Egal wie du zu Mathe stehst, jeder verbindet mit dem Thema: Rechnen. Hier geht es aber viel mehr um Zahlen. Du musst nicht rechnen. Nur mit Zahlen arbeiten. Das wird nie aufhören, ob du es liebst oder nicht.Warum lieben wir Zahlen so? Weil unser Gehalt in einer Zahl dargestellt wird? Weil es uns zeigt, was wir uns leisten können? Jein. Zahlen geben dir eine klare Anweisung.

Du weißt einfach genau, was dich erwartet, wie bei deinem Gehalt. Du weißt, was du dir von deinem Geld leisten kannst oder eben nicht. Dasselbe Prinzip funktioniert bei Überschriften. Deine Leser wollen genau wissen, was sie bekommen. Eine Zahl ist da viel konkreter, als wenn du schreibst:

  • Diese Schritte helfen dir endlich abzunehmen. (Der Plural suggeriert viele Schritte, ob ich da Bock drauf habe…?)
  • Es gibt Gründe, warum deine Erziehung nicht fruchtet? (Gründe gibt es immer, wie soll mir das weiterhelfen? Ich will wissen, welche Gründe.)
  • Schreibtipps, um besser zu schreiben (Gähn. Schon so oft gelesen.)

Du siehst, das ist alles sehr wage. Es lässt so viel vermuten, dass du keine Lust verspürst, diese Artikel zu lesen. Deswegen funktionieren solche Überschriften nicht. Du weißt einfach nicht so genau, was du für deine Aufmerksamkeit bekommst. Und deine LeserInnen sind bereit, dir ihre Zeit zu schenken, also sagt genau um was es geht.

Die Überschriften-Fabrik: Gehörst du dazu?

Es gibt Wörter, die hast du schon 100.000.000.000 mal gelesen. Im Text ist das normal. Aber in der Überschrift. Gefühlt gibt es eine kleine Überschriften-Fabrik, wo kleine Wichtel jedem die gleiche Überschrift verkaufen. Dabei ändern sie nur ein, zwei kleine Wörter oder Zahlen. Und zack, liest sich deine Überschicht exakt wie die von der Konkurrenz. Wie kann das sein? Ideenreichtum gleich null.

Und das ist der Punkt, wo du am meisten punkten kannst. Schreibe niemals wie die Masse. Klar hat die Masse bewiesen, dass es funktioniert, aber eben nur, weil nichts Besseres da ist. Durchschnitt ist gut, aber ich will kein Durchschnitt sein. Ich nehme die Herausforderung an und werde kreativ. Spiele mit Wörtern. Probiere viel aus. Schreibe bildhaft. Denke dir was Neues aus.

Du bist nicht so der kreative Typ? Dann versuche wenigsten gängige Wörter durch neue zu ersetzten. Du musste nicht übertrieben Kreativ sein. Aber zu oft das gleich schreiben, da werden selbst deine Hände beim tippen müde.

Nutze Synonyme. Dafür kannst du Google benutzten. “Wort + Synonym” eintippen oder ich kann dir noch die Seite empfehlen:

https://www.openthesaurus.de/

Und schon bekommst du etliche Ideen vorgeschlagen. Manchmal findest du ein Wort, das du so geil findest, dass du es gleich benutzt. Dann fällt dir was Neues ein und schwupp, klingst du nicht mehr wie der Rest des Durchschnitts-Bloggermeers.

Was ist deine beste Überschrift die du je geschrieben hast? Schreib mir in den Kommentaren.

Starte textvoll

Deine Désirée

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4 Kommentare zu „Wie du fruchtige Überschriften schreibst, die so süß und lecker sind, dass jeder sie klickt?“

  1. Hi Désirée, ich kann deinen letzten Punkt nur ganz besonders unterstreichen! Die Suche nach Synonymen hilft ungemein weiter. Man ist ja nach einer Zeit doch irgendwie betriebsblind was den eigenen Wortschatz betrifft. Mir helfen Synonyme nicht nur, knackige andere Begriffe zu finden, oft ergeben sich daraus auch ganz neue Ideen. LG Jasmina

    1. Liebe Jasmina,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Da kann ich dir nur zustimmen. Zusätzlich habe ich es mir angewöhnt, Wörter die ich besonders Liebe auf meine “Wortliste” zu packen. Meist sind das eher altmodische, fast schon vergessen Wörter, die ich dort sammle um später darauf zurückzugreifen.
      Liebe Grüße
      Désirée

    1. Liebe Jasmina,
      ich bin eher der Minimalist und stehe nicht so auf Tools und Schnick-Schnack. Ich nutze dazu entweder ein einfaches Schreibprogramm, Block & Stift oder gerne Google Möglichkeiten. In dem Fall finde ich Google Notizen praktisch. So habe ich meine Liste auf dem Handy immer dabei ;).
      Liebe Grüße
      Désirée

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